Bild einfügen! (72x160)

Bitte besuchen Sie unser neue Webseite
 
 

 

Trend Lights
Zum Aufruf des Themas klick auf das Bildsymbol!

Der S.O.S-Trend: Die Nachfragemotive der Kundschaft sind fast immer dieselben

Der Boom-Trend: Alle paar Jahre ein neuer "Internatsboom"?

Der Bashing-Trend
Das staatliche Bildungs-system wird systematisch schlecht gemacht.

Liebe Besucher dieser Seite!

"Die Trenderitis, weiß man schon, ist nichts als Manipulation" Dieser Insider-Weisheit zum Trotz wurden wir in den letzten Jahren mit "Trend-Meldungen" nur so überschüttet. Dies betraf nicht etwa nur so trendsensible Bereiche wie Mode, Lebensstil usw., sondern zunehmend auch die Bereiche Bildung und Erziehung. Kaum ein Tag, wo PR-Agenturen und sonstige gedungene Schreiberlinge nicht irgendeinen neuen Trend ausriefen,  um nachlassende Nachfrage (z.B. nach Inter- natserziehung) anzuheizen oder das Image ver- meintlicher "Eliteinternate" aufzupolieren.

Wer bei jeder neuen Sau, die quiekend und grunzend durchs multimediale Dorf getrieben wird, von panischer Angst befallen wird, dass er mal wieder einen Trend verpennt hat und sein Nachwuchs dies mit sozialem Abstieg und ewiger Verdammnis büßen muss, kann sich auf unserer Seite Internat aktuell  über die Hintergründe der wichtigsten Entwicklungen auf dem "Internatsmarkt" informieren. And the trend is your friend

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß bei der Trendforschung. Und schönen Gruß an alle Lemminge!
Keep cool!
Ihr
Ulrich Lange
(Geschäftsführer der AVIB gemn. e.V.)


Steuer-Tipp:

Ausgaben für Internatsunterbringung steuerlich absetzbar?

Unter bestimmten Umständen sind Internatskosten steuerlich absetzbar. Allerdings gelten hier strenge Kriterien. So erkennt der Fiskus Internatskosten als "Krankheitskosten" (z.B. bei Vorliegen von AD(H)S, Legasthenie, Asthma, Neurodermitis) nur an, wenn vor der Anmeldung des Kindes an der betreffenden Internatsschule ein Amtsarzt bestätigt hat, dass sie unum- gänglich sind (siehe Urteil des Finanzgerichts NMünster, Az.: 11 K 317/09).

Die Internatskosten (Krankheitskosten) müssen darüber hinaus eine "außergewöhnliche Be- lastung" darstellen, d.h. im Vergleich zu denen anderer Bürger überdurchschnittlich hoch sein und einen bestimmten Prozentsatz des Einkommens überschreiten, der als noch zumutbar an- gesehen wird. Wer bis zu 51.130 Euro im Jahr verdient und ledig ist, muss Kosten bis zu einer Höhe von sechs Prozent dieser Summe selbst zahlen. Liegt das Einkommen über diesem Betrag, gelten sieben Prozent als zumutbar. Familien mit Kindern haben bei bis zu 51.130 Euro Verdienst einen Anteil von drei Prozent selbst selbst zu tragen, darüber vier Prozent.

Eine weitere Voraussetzung der steuerlichen Absetzbarkeit ist die "zwangsläufige Entstehung der Rechnung". Kosten für vorbeugende Therapien werden daher nicht berücksichtig, sondern der Arzt muss bestätigen, dass eine teure Therapie wirklich akut notwendig ist.

Quelle: http://wirtschaft.t-online.de/krankheitskosten-finanzgericht-kassiert-guenstige-regelung/id_55182804/index


Zeitgeschichtliche Forschungs- und Dokumentationsstelle Internate

der AVIB gemn. e.V.

D O K U M E N T A T I O N

 

INTERNATE - Bildungsstätten für die Elite von morgen?

Früher, so verbreiten die Medien derzeit landauf landab, seien Internate die letzte Rettung für Schulversager und Erziehungsschwierige gewesen. Heute dagegen böten sie anspruchs-vollen Eltern eine gute Alternative zum öffentlichen Bildungssystem. Doch leider handelt es sich hierbei überwiegend um PR-Journalismus und Schleichwerbung für clevere Internats-vermittler oder Internate mit guten Medienkontakten! Lesen Sie hier, warum seit Jahren nicht mehr objektiv und kritisch über Internatsschulen und Schülerheime in der Bundesrepublik informiert wird. Die ungeschminkte Wahrheit über die tatsächlichen Nachfragemotive der Internatskundschaft findet sich in einer Untersuchung der Bonner Kulturpsychologen  Michael Ley und Herbert Fitzek.  Zitat:


"Es ist eine ausgesprochene Notsituation, in der sich die Familien an die Internate wenden. Sie kommen nicht freiwillig oder weil sie ihren Kindern etwas Gutes tun wollen, sondern weil sie in einer erheblichen Klemme stecken, aus der sie durch eigene Kraft nicht mehr heraus können. [...] So berichten unsere Interviewpartner durchgängig von einem nervenauf- reibenden Kleinkrieg, der sich vor allem an den banalen Aufgaben des Alltags entzündet: Scheinbar einfache Handlungen wie Aufstehen, Aufräumen, Haus- aufgaben-Machen lassen sich nur mit viel Geschrei, mit wechselseitigen Drohungen und Erpressungen durchsetzen. Nicht selten werden gewalttätige Handgemenge erwähnt, die bei den Beteiligten körperliche Verletzungen zur Folge haben. Gewalttätiges findet sich auch im sozialen Umgang außerhalb der Familien: Gewalt in Schulen, Schläge-reien, Einbrüche und Diebstähle. Gleichzeitig stellen wir fest, dass sich frühkindliche Symptombildungen verschärfen: Versinken in unentschiedenen und vorgestaltlichen Zuständen, Drogen und Süchte tauchen als Problem auf, unter Mädchen ist Magersucht weit verbreitet. Schließlich lassen sich hilflose und scheinbar überzogene Versuche beobachten, den symbiotischen Familienverhältnissen zu entfliehen: Weglaufen, Herumstreunen, Selbstmorddrohungen. Auffällig ist dabei sowohl die Kompromisslosigkeit, mit der die Abgrenzungen zur eigenen Familie jeweils vorgenommen werden, als auch das tragische Scheitern dieserVersuche: Wenn man weggeht und auf eigenen Füssen stehen will, ist man nichts mehr, dann bricht alles zusammen, dann muss man sterben." (Quelle: Michael Ley u. Herbert Fitzek: Alltag im Wunschformat. Über Internatserziehung im Blick der Eltern. In: Zwischenschritte 2003, SS 133-147, Psychosozial-Verlag Gießen 2003) 

Neues Topthema: Internate - Nicht nur für Problemkinder?
 



Für Durchblicker:

DER PRIVATISIERUNGS-TREND

POLITISCHE UND WIRTSCHAFTLICHE HINTERGRÜNDE DER PRIVATISIERUNG DES BILDUNGSSEKTORS

Auszüge aus: Ingolf Erler, Pia Lichtblau, Elke Renner: Bildung unterm Hammer. Privatisierung und Umverteilung
schulheft 133/2009. StudienVerlag © 2009 by StudienVerlag Innsbruck-Wien-Bozen

  >> In Anbetracht der rapiden Verschlechterung der Lebenssituation der meisten Menschen durch die kapitalistische Schlacht um Ressourcen, Renditen und Profite sollten LehrerInnen dafür sensibilisiert werden, ihre Rolle bei der „Verwertung der Menschen“ im Bildungssektor kritisch zu bewerten. Die Kosten für Bildung sind rasant gestiegen, weitaus mehr als für Nahrung und sonstigen Lebenserhalt. Die Schere klafft, besonders die Bildung betreffend, weiter auseinander und macht Hoffnungen auf emanzipatorische, solidarische, demokratische Entwicklungen zunichte.

Ingolf Erler: Einblick in die private „Bildungsindustrie“

Nach dem Motto „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“ wollen Eltern ihren Kindern durch den Besuch privater Bildungseinrichtungen Aufstiegsmöglichkeiten erschließen oder sie vor dem sozialen Abstieg bewahren. Das private Angebot wird höher bewertet als das öffentliche Schulwesen und soll zum entscheidenden Vorsprung im Wettbewerb zwischen den sozialen Positionen der Gesellschaft verhelfen. Elite-Kindergärten und rigide Lerntherapien setzen bei den Kleinsten an, Schulen als Aktiengesellschaften peitschen die SchülerInnen durch ihre Programme und ihre Renditen in die Höhe. Dieser Wettbewerbsdruck erzeugt nicht nur individuelle psychische, sondern auch gesamtgesellschaftliche Schäden.

Liesner/Lohmann: Zur neoliberalen Transformation der Bildungseinrichtungen

Zunächst ein Wort zur Rahmung, in die bildungspolitisches Handeln heute weltweit eingestellt ist. 1996 veröffentlichte die OECD ein Strategiepapier, das in dankenswerter Klarheit die Taktik benennt, mit welcher der Bevölkerung der reichen Nationen der Raubbau an ihrem öffentlichen Eigentum schmackhaft gemacht wird. Daraus dieses bemerkenswerte Zitat:
„Um das Haushaltsdefizit zu reduzieren, sind sehr substanzielle Einschnitte im Bereich der öffentlichen Investitionen oder die Kürzung der Mittel für laufende Kosten ohne jedes politische
Risiko. Wenn Mittel für laufende Kosten gekürzt werden, dann sollte die Quantität der Dienstleistung nicht reduziert werden, auch wenn die Qualität darunter leidet. Beispielsweise lassen sich Haushaltsmittel für Schulen und Universitäten kürzen, aber es wäre gefährlich, die Zahl der Studierenden zu beschränken. Familien reagieren gewaltsam, wenn ihren Kindern der Zugang verweigert wird, aber nicht auf eine allmähliche Absenkung der Qualität der dargebotenen Bildung, und so kann die Schule immer mehr dazu übergehen, für bestimmte Zwecke von den Familien Eigenbeiträge zu verlangen oder bestimmte Tätigkeiten ganz einzustellen. Dabei sollte nur nach und nach so vorgegangen werden, z.B. in einer Schule, aber nicht in der benachbarten Einrichtung, um jede allgemeine Unzufrie-denheit der Bevölkerung zu vermeiden“ (Morrisson 1996, 28).
Wir erkennen hier den Umriss des bildungspolitischen Regimes, bei dem das Mantra von den ‚leeren öffentlichen Kassen’ niemals fehlt, denn die vorgebliche Unausweichlichkeit der Privatisierung öffentlichen Eigentums muss plausibel gemacht werden. Dies trägt längst Früchte, wie die Durchsetzung von Studiengebühren mit den Stationen „Niemals – vielleicht – für Langzeitstudenten – für alle“ (Knobloch 2006) zeigt.

[...]  „Ökonomisierung der Bildung“ bedeutet „eine historisch neue Dimension des Umgangs mit der Zeit der Menschen, einen Zugriff auf die Tageszeit, die Jahreszeit, die Lebenszeit von der frühen Kindheit bis ins Alter. [...] Verdichtung, Verfrühung und Verlängerung des Lernens sind Ausdruck dieser Strategie“ (Zymek 2006). Ziel ist die Steigerung der Mehrwertabschöpfung unter den heutigen kapitalistischen Bedingungen.

Negativszenario – Ergebnisse der Privatisierung auf mittlere Sicht

Die dominante strategische Rahmung bildungspolitischen Handelns, die u.a. die OECD vorgibt, zielt auf Privatisierung der Bildungssysteme – mit zumindest diesen Merkmalen und Effekten:

1. Es werden neue, für kommerzielle Bildungsdienstleister, vor allem jedoch für institutionelle Finanzanleger interessante Märkte geschaffen, neue Räume für Kapitalverwertung erschlossen.
2.
Aufgrund des fundamentalen Verwobenseins von Wissenserwerb mit den Lebens- und Berufschancen der Individuen ist ein Großteil der Gesellschaftsmitglieder bereit, dafür tief in die Tasche zu greifen, sich notfalls auch zu verschulden.
3. Als erwünschter Nebeneffekt stellt sich eine wirkungsvolle Entpolitisierung und Selbstkontrolle des lernenden und arbeitenden Volkes ein.
4. Die Enteignung der Bevölkerung von den durch sie finanzierten öffentlichen Bildungs-einrichtungen vollzieht sich umso effektiver, je unauffälliger und allmählicher sie vollzogen wird.

So erleben wir seit etwa drei Jahrzehnten eine marktorientierte Monetarisierungsoffensive, die den Bildungsbereich, wie viele öffentliche Sektoren, rund um den Globus um des Geldmachens willen in betriebswirtschaftliche Strukturen zwingt.
Gleichzeitig auf der Agenda steht die ‚Verschlankung’ des Staates durch Steuergeschenke an ‚die Wirtschaft’, mit der notorischen Folge ‚leerer öffentlicher Kassen’: So dass auch die öffentlichen Bildungs-einrichtungen – davon sind nun schon fast alle überzeugt – nur durch Wettbewerb gegeneinander, durch Sponsoring, Werbeeinnahmen und mit Hilfe von Stiftungen, mit einem Wort: durch Privatisierung wieder auf die Beine kommen können.
<<
 
Beiträge zur Illustration der obigen Analyse:
 


Internatsberatung der Arbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz im Bildungs- und
Erziehungswesen (AVIB) gemn. e.V.
Burgblick 3  35327 Ulrichstein
Tel.: 06645 - 918789
 
 
http://www.br.de/polizeireport/polizei-934.html
 

 


 



Sie sind Besucher Nr.

Gratis Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!